Geschockt und verwirrt, enttäuscht und kämpferisch, so lässt sich derzeit die Stimmung beim Kreisjugendring, nach den beiden Entscheidungen des Kreistags am 12 Juli, gegen den Antrag der CDU und gegen den gemeinsamen Antrag von Verwaltung und Kreisjugendring beschreiben.

Wir verstehen nicht, warum Unüberlegtheit und Blockadehaltung auf der einen und Fraktionszwang auf der anderen Seite sein mussten und welches Ziel damit eigentlich verfolgt wurde.

Feststeht: der Kreisjugendring wird sich weiter für diese Stellen einsetzen, denn wir sehen sonst keine andere Möglichkeit, die gute und wichtige Arbeit der Jugendverbände nachhaltig zu unterstützen. Und wir sehen diese Stellen beim Kreisjugendring. Dazu bieten wir weiterhin Gespräche an, sind bereit im Dialog die Konzeption weiter zu schärfen, zusätzliche Geldmittel einzuwerben (wie wir es schon öfters getan haben: Blapf, Demokratiezentrum, KVJS…..) und die Arbeit regelmäßig durch Kreistag oder/und Jugendhilfeausschuss überprüfen zu lassen. Gerne können auch Kreistagsmitglieder beratend für den Kreisjugendring tätig sein, um den Wirksamkeitsdialog direkt und professionell mit uns führen. Dass genau das passiert wofür wir alle stehen: dass öffentliche Mittel sinnvoll und effizient eingesetzt werden und Jugendarbeit im Landkreis Biberach zukunftsfähig bleibt.

Denn mit diesen Entscheidungen des Kreistags am 12. Juli wurde nach 4 Jahren der fachlich jugendplanerischen Entwicklung eines auf Nachhaltigkeit ausgelegten Konzepts die Bremse eingelegt.

Wir können nur wiederholen, warum die Verwaltung des Landkreises, der Kreisjugendring und die Mehrheit des Jugendhilfeausschusses die Stellen beantragt haben und beim Kreisjugendring richtig verortet finden:

Eine Unterstützung des Kreisjugendrings entspricht der gesetzlich gewünschten Vorrangigkeit von freier Jugendarbeit (Kreisjugendring) vor öffentlicher Jugendhilfe (Kreisjugendreferat) und deren partnerschaftlicher Zusammenarbeit (siehe Modell für den Landkreis und  siehe https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/__4.html
Drei Jahre Modellprojekt und anschließende Konzeptionierung in enger Absprache von Jugendamt und Kreisjugendring nach Auftrag durch den Jugendhilfeausschuss entsprechen ebenso den gesetzlichen und fachlichen Anforderungen an qualitativ hochwertige Jugendhilfeplanung siehe §80 SGBVIII https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/__80.html

Die geforderten 2,5 Stellen entsprechen dem Mindestbedarf für einen großen Flächenlandkreis wie dem Landkreis Biberach, um sinnvoll und wirksam arbeiten zu können. Die wissenschaftlich evaluierten Ergebnisse des Modellprojekts und die Diskussionen unter den Delegierten ergaben einen höheren Bedarf, der in den Verhandlungen zwischen Kreisverwaltung und KJR auf dieses Mindestmaß festgelegt wurde.

Der Kreisjugendring kann dadurch, dass er freier Jugendhilfeträger ist an Geldmittel für den Landkreis kommen, die ein öffentlicher Träger nicht in den Landkreis holen kann. Das beste Beispiel ist ganz aktuell: Posteingang 12. Juli: das Demokratiezentrum Ba-Wü https://www.demokratiezentrum-bw.de/ unterstützt die Einrichtung eines Demokratiezentrums Oberschwaben mit der Förderung einer 25% Stelle für den Landkreis Biberach beim Kreisjugendring. Über diese Förderung hinaus könnte der Kreisjugendring mit Hauptamtlichkeit Landes- und Bundesjugendplanmittel, EU-Mittel und Projektförderungen durch große Stiftungen in den Landkreis holen, die dem ganzen Landkreis und auch den kleinen Vereinen in kleinen Orten und Buden zu Gute kommen könnten. Ohne Hauptamtlichkeit geht das nicht. Eine 25% Stelle fachlich gut zu besetzen ist hingegen nur schwer möglich.
Alles was sonst noch zu sagen ist bzw. schon gesagt wurde, wie der große Teil des oben genannten auch, findet sich im Antrag an den Kreistag.